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Deutschbaltische Familien finden in Ārlava die Grabstätte ihrer Stammutter

Marcis Zeiferts, Propst der Propstei Kandava

An vergangenen Samstag, als in Ārlava die helle Julisonne schien und der Wind aus dem Westen blies, besichtigten zwei deutschbaltische Familien die Wirkungsstätten ihrer Vorfahren, der ehemaligen Pastoren von Ārlava Karl Friedrich Jakob Hugenberger (1814-1851) und Karl Gideon Urban (1854-1891), wandelten auf deren Spuren und vertieften sich in die Geschichte ihres Geschlechtes.

Ulrich Hentzelt mit seiner Ehefrau Marie Louise Hentzelt und Dietrich Clotz mit seiner Ehefrau Lore Clotz waren in Lettland nicht zum ersten Mal zu Gast. Die beiden Herren haben bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand als Pfarrer gewirkt, der Erstere von beiden arbeitet noch heute in der Deutschbaltischen Landsmannschaft mit, und beide bemühen sich zusammen mit ihren Ehefrauen, die diakonische Arbeit in den Gemeinden  zu fördern. Doch dieses Mal war eins ihrer Reiseziele, Ārlava, die letzte Station ihrer Lettland- und Estlandreise.



Links: Marie-Luise Hentzelt, Ulrich Hentzelt, Lore Clotz (geb. Hentzelt), Dietrich Clotz bei der Grabstätte ihrer Stammutter Anna Urban in Ārlava am 14. Juli 2007.

An der Kirche war ein Treffen mit Propst Zeiferts vereinbart, welcher den Gästen die Kirchentür öffnete und sie über die lebendige Gegenwart der Kirchengemeinde informierte. Ihr Besuch von Ārlava bedeutete viel, denn der Name des Pastors und Förderers der Entwicklung der lettischen Sprache – des Sprachwissenschaftlers  K. Hugenberger – ist weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt geworden, und jede Erinnerung daran ist für uns von Bedeutung. Noch im vergangenen Jahr weihte die Gemeinde eine Gedenktafel  zum Gedächtnis der Lehrer und Kulturschaffenden des Dorfes ein, auf welcher der Name K. Hugenberger auch zu lesen ist. Auf der anderen Seite hat Pastor K. Urban während der Zeit einer ganzen Generation hier gewirkt – 40 Jahre. Während dieser Zeit wuchs die Kirchengemeinde so stark an, dass beschlossen wurde, die Kirche zu erweitern, so dass die Kirche nach ihrem Umfang ihr heutiges Aussehen erhielt. Auch sein Sohn Alexander Urban war hier eine Zeit lang als Adjunkt tätig, bis er zum Pastor von Aizpute ernannt wurde.

Völlig überraschend entdeckten die Gäste bei einem Gang über den Friedhof  ein  Grabkreuz aus Metall mit dem Namen ihrer Stammutter, deren Sohn Pastor K. Urban war. Auf dem Kreuz kann man noch gut den Geburts- und Todestag im 18/19. Jh. entziffern. sowie den Bibeltext. Über diese Entdeckung werden sie zu Hause in Deutschland nach ihrer Rückkehr  berichten und  an die Begegnungen in Nordkurland zurückdenken, wo einst die Geschichte ihrer Familie pulsierte.

Eine solche Begegnung lehrt uns viel und bereichert gegenseitig. Eine der daraus gewonnenen Erkenntnisse ist die, dass wir viel mehr Gemeinsames als Trennendes haben. Diese Zeit ist uns geschenkt, um die durch Vorurteile und Unwissen entstandenen Klüfte zu überwinden. Wie ermüdend ist es doch, wenn man die eigene Geschichte Leuten erzählen muss, die zu Lettland keine Beziehungen haben, um ihnen zu erklären, dass wir unsere eigene lettische Sprache haben und nicht russisch sprechen. Den Deutschbalten braucht man darüber nichts zu sagen, das wäre überflüssig, denn ihnen ist unsere Geschichte bekannt, und wie oft verstehen wir uns schon nach dem ersten halben Satz. Es wäre nicht richtig, ihren Beitrag zu unserer Geschichte negativ zu beurteilen, obwohl es zweifellos bei vielen politisch-nationalen Fragen während der vergangenen Jahrhunderte Spannungen gegeben hat. Hier geht es nicht um die Frage, wie viel der eine oder der andere von erlittenem Unrecht betroffen war, denn solche Berichte gibt es bei Letten und Deutschbalten in unmessbarer Menge. Heute können wir nur die Bereitschaft der Deutschbalten  bewundern, die vernichteten geistigen und kulturhistorischen Werte zu restaurieren. Davon gibt ihr ständiges und tiefes Interesse an der Kirche und der Gesellschaft in Lettland ein lebendiges Zeugnis.

Übersetzung Johannes Baumann, Svētdienas Rīts, Ausgabe Nr. 26 (1711) vom 21. Juli 2007 

 Iesūtīts: 2007.07.27 13:03
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